Unsere Expert*innen

Ein Team von ehrenamtlichen Artenexpert*innen überprüft jede veröffentlichte Erfassung im ArtenFinder. Die Daten besitzen deswegen eine besonders hohe Qualität und können dem amtlichen Naturschutz und der Naturforschung zur Verfügung gestellt werden. Erfahren Sie hier mehr über die Berliner Expert*innen. Darüberhinaus werden wir tatkräftig von weiteren Expert*innen aus Rheinland-Pfalz unterstützt.

 

Toni Becker - Vögel

Toni Becker ist Experte für Vögel, ausgewählte Säugetiere und Reptilien im ArtenFinder. Für die Vogelwelt interessiert er sich schon seit seinem 11. Lebensjahr. Schon damals wies er seine Familienmitglieder (ob interessiert oder nicht) gerne auf bemerkenswerte Phänomene in der Tierwelt hin. Er ist schon lange als avifaunistischer Kartierer unterwegs und hat zuletzt als selbständiger Gutachter gearbeitet. Auf ornitho.de, dem Meldeportal der Deutschen Avifaunisten, ist er seit dessen Start als Melder und ehrenamtlicher Regionalkoordinator tätig. Sein Tipp an ArtenFinder*innen: „Bleibt gelassen und lasst Raum für Zweifel, wenn ihr euch bei der Bestimmung einer Art nicht sicher seid.“

 

Susanne Bengsch - Amphibien, Reptilien

Die Biologin leitet die Koordinierungsstelle Fauna bei der Stiftung Naturschutz Berlin. Ihr Fokus und ihre Expertise liegen neben verschiedenen Aspekten der Stadtökologie auf Fledermäusen, Klein- und Großsäugern und besonders auf der Herpetofauna. Seit 2015 leitet sie das Berliner Amphibien-Monitoring und seit 2018 auch die Kartierung der Berliner Zauneidechsen. Parallel promoviert sie im Fachgebiet Umweltprüfung und Umweltplanung an der TU Berlin.

 

Nathalie Bunke - Säugetiere

Nathalie Bunke ist Stadtnatur-Rangerin im Bezirk Steglitz-Zehlendorf und plausibilisiert Säugetiere im ArtenFinder. Schon als Kind hat sie sich für diese Artengruppe interessiert – solange sie größer als eine Maus waren - und Sammlungen von Knochen, Federn, Schädeln und Steinen angelegt. Ihre Artenkenntnis hat sie während ihrer langjährigen Tätigkeit als Jagdausbilderin erworben. Als Stadtnatur-Rangerin hat sie nun ihren Traumjob gefunden, denn so kann sie jeden Tag die spannende Tier- und Pflanzenwelt in einer Großstadt wie Berlin beobachten. Ihr Tipp für ArtenFinder*innen: „Habt Geduld und Nachsicht mit euch, wenn ihr eine Art nicht kennt. Auch Expert*innen sind nicht mit ihrem Wissen geboren worden.“

 

Dr. Romain Clément - Libellen, Heuschrecken

Romain Clément hat Biologie in Dijon (Frankreich) studiert und am Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Fachgebiet Verhaltensökologie promoviert. Schon als Kind begeisterte er sich für die Natur und las einen Naturführer nach dem anderen. Heute interessiert er sich für ein breites Artenspektrum, vor allem für Reptilien, Amphibien und Insekten, hier insbesondere Libellen, Tagfalter und Heuschrecken. Am liebsten beobachtet er die Natur im Spandauer Forst und im Grunewald. Sein Tipp an alle ArtenFinder*innen: „Für viele Insekten sind kleine Details essentiell für die Bestimmung. Fotografiert das Tier daher gut im Fokus und idealerweise aus mehreren Blickwinkeln, z.B. Ober- und Unterseite der Flügel, Ansicht von oben und von der Seite, Kopf und Beine.“

 

Jens Esser - Käfer

Jens Esser ist Experte für Käfer und ehemaliger Vorsitzender der Entomologischen Gesellschaft Orion Berlin. Sein Interesse für Insekten begann bereits in der Grundschule, seine Artenkenntnis hat er sich danach zunächst autodidaktisch und dann in enger Zusammenarbeit mit Kollegen wie Axel Bellmann erarbeitet. Er erforscht die über 4.500 Käfer in Berlin/Brandenburg sowie die Schimmelkäfer (Cryptophagidae) der ganzen Welt und hat an zahlreichen Publikationen und diversen Roten Listen mitgewirkt. Besonders liegt ihm der Schutz holzbewohnender Käfer, wie dem Heldbockkäfer, am Herzen. Auf Exkursionen ist er häufig im Bucher Forst, am Hahneberg und im Naturpark Marienfelde anzutreffen – Lieblingsregion ist aber die struktur- und artenreiche Uckermark. Sein Tipp für ArtenFinder*innen: „Die Vielfalt der Käfer in Aussehen und Lebensweise ist faszinierend! Ich kann nur empfehlen, tiefer in diese Artengruppe einzutauchen.“

 

Dr. René Jarling - Pilze

Der promovierte Chemiker beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit der spannenden Artengruppe der Pilze. Er arbeitet als Wissenschaftler am Thünen-Institut für Forstgenetik in Waldsieversdorf im Projekt PYROPHOB und erfasst dabei alle Pilzarten, die sich nach einem Waldbrand auf den Flächen entwickeln. Zudem ist er der 1. Vorsitzende der Pilzkundlichen Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburg e.V. (PABB) und kartiert in seiner Freizeit die mehr als 4000 Pilzarten in unserer Region. Aber Essen tut er sie nicht. Sein Tipp für Artenfinder*innen: "Pilzfunde möglichst immer am Standort von oben und unten fotografieren."

 

Steven Lischke - Fledermäuse, Amphibien

Steven Lischke verifiziert Fledermäuse und Amphibien im ArtenFinder. An Amphibien fasziniert ihn besonders ihre Fähigkeit – als einzige Wirbeltiere – eine Metamorphose zu durchleben. Seine ersten Erfahrungen mit dieser Artengruppe hat der studierte Biologe in der Arbeitsgruppe Herpetologie im Haus der Natur in Salzburg gemacht. Fledermäuse findet er vor allem wegen ihrem ausgeprägten Sozialverhalten spannend. Heute ist er in der Koordinierungsstelle Fauna der Stiftung Naturschutz Berlin unter anderem für den Verleih von Fledermausdetektoren und die Bestimmung von Fledermausrufen zuständig. Sein Tipp an alle ArtenFinder*innen: „Nutzt den Umweltkalender der Stiftung Naturschutz – hier findet ihr tolle Aktivitäten und könnt viel über die Berliner Stadtnatur lernen!“

 

Dr. Norbert Kenntner - Vögel

Norbert Kenntner ist promovierter Wildbiologe und interessiert sich schon seit früher Kindheit für Naturbeobachtungen aller Art mit Schwerpunkt Wirbeltiere. Ehrenamtlich kartierte er bereits in den 1970er Jahren Reptilien und Amphibien und ist seit damals aktiv im Naturschutz. Als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Vogelwarte Radolfzell beringt er seit fast 20 Jahren Habichte in Berlin, koordiniert ein von der Stiftung Naturschutz Berlin gefördertes Kennringprojekt zu urbanen Habichten (www.habicht-berlin.de) und ist im Vorstand des Vereins Aquila, einer Arbeitsgemeinschaft zum Schutz von Greifvögeln und Eulen in Berlin/Brandenburg (www.aquila-ev.de). Sein Tipp für Artenfinder*innen: "Vögel lassen sich nicht immer zweifelsfrei anhand von Bildern bestimmen, oft fehlen die entsprechenden Details oder die Lichtbedingungen sind nicht ideal. Doch ein schlechtes Foto ist besser als keines. Einige Vogelarten sind auf Distanz aber auch besser anhand von Rufen/Gesänge zu unterscheiden.

 

Thomas Nogatz - Pflanzen

Der Botaniker arbeitet seit 2019 als GIS- und Datenbankverantwortlicher bei der Stiftung Naturschutz Berlin in der Koordinierungsstelle Fauna – es gibt also auch Pflanzenkenner im Team! Die botanische Expertise hat er während seines Biologiestudium an der Universität Potsdam, seiner Berufserfahrung als Biotopkartierer und seinem Engagement im Botanischen Verein von Berlin und Brandenburg erworben. Für die an Pflanzen interessierten ArtenFinder*innen hat er jede Menge Tipps: „Häufig ist es sehr schwierig, sich auf eine Art festzulegen. Nutzt deshalb die Möglichkeit des ArtenFinders, mehrere Fotos hochzuladen – am besten mehrere Detailansichten von bestimmungsrelevanten Merkmalen. Auch Maßnehmen und Makroaufnahmen sind sinnvoll. Haltet für letzteres einfach eine Lupe vor die Handykamera. Damit helft ihr nicht nur den Expert*innen bei der Bestimmung. Auch ihr könnt eure Funde noch nach Jahren bestimmen und miteinander vergleichen. Viel Spaß beim Entdecken und ArtenFinden!“

 

Frederik Rothe - Wildbienen, Wespen

Frederik Rothe studiert Landschaftsnutzung & Naturschutz an der HNE Eberswalde, ist Stadtnatur Ranger in Pankow und kartiert freiberuflich Wildbienen. Am besten kennt er sich mit Wildbienen und diversen Wespengruppen aus, er interessiert sich aber auch für die Ornithologie, Herpetologie und viele andere Insektengruppen. Fasziniert von den Sechsbeinern ist er schon seit Kindesbeinen. Seine Begeisterung für Wildbienen begann durch die Arbeit mit zoologischen Sammlungen, wo ihm die ganze Vielfalt dieser Artengruppe so richtig bewusst wurde. Sein Tipp für alle ArtenFinder*innen: „Geht viel raus in die Natur und nehmt euch vor allem Zeit dabei. Manchmal lohnt es sich an bestimmten Orten zu warten, genau zu beobachten und im Detail hinzuschauen.“

 

Dr. Christian Schmid-Egger - Wildbienen, Wespen

Christian Schmid-Egger ist Experte für Wildbienen und andere Wespen bzw. Stechimmen. Bereits in seinem Studium interessierte er sich für diese Artengruppen. Inzwischen beschäftigt er sich intensiv mit der Erstellung von Bestimmungsschlüsseln, der Verbreitung der Arten, dem Aufbau einer bundesweiten Datenbank für Wildbienen und der Erstellung von Roten Listen. Einer seiner Forschungsschwerpunkt ist das genetische Barcoding. In einem internationalen Projekt wird dabei eine Bibliothek des Lebens aufgebaut und jede Art genetisch in einer Datenbank erfasst. Seine Liebe zu den Insekten rührt aus seiner Jugendzeit, wo er sich bereits mit Schmetterlingen beschäftigt hat. Später wechselte er erst zu den Grabwespen und dann zu den Wildbienen. Beruflich arbeitet er vor allem als Gutachter in der Naturschutzplanung und leitet in Berlin ein Projekt der Deutschen Wildtier Stiftung zum Schutz von Wildbienen.

 

Ulrike Willerding - Pflanzen

Ulrike Willerding ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Stadtnatur-Ranger und Expertin für Samenpflanzen im ArtenFinder. Während ihres Biologiestudiums in Berlin hat sie sich für die Flora der Berliner Brachflächen begeistert. Vor allem der Steppenroller (Salsola tragus) oder das Ackerunkraut (Chaenorhinum minus) hatten es ihr angetan, so dass sie sich auch in ihrer Diplomarbeit mit den Ruderalflächen Berlins beschäftigte. Besonders spannend an der Berliner Stadtnatur findet sie deren Vielfalt. Für sie steckt in jeder Pflanzenart eine kleine Geschichte, zum Beispiel über ihre Herkunft, ihre Anpassung oder ihre Rolle als Heilpflanze. Ihr Tipp für ArtenFinder*innen: „Lernt Berliner Pflanzen kennen - zum Beispiel mit dem Buch „Berliner Pflanzen“ von Heiderose Häsler und Iduna Wünschmann - und entdeckt die Brachen der Stadt!“