Amphibiensuche in Späthsfelder Kleingärten

Kleingärten sind wichtige Lebensräume für Amphibien und andere bedrohte Arten in Berlin. Gemeinsam mit den ansässigen Gartenfreund*innen suchen wir in den Kleingärten des Dreieck Späthsfelde nach unentdeckten Amphibienvorkommen. Um mehr über die Artenvielfalt in Gärten herauszufinden, freuen wir uns auch über die Meldung von Zauneidechse, Nashornkäfer und anderen Arten. Hier erfahren Sie mehr über die Aktion und können die aktuellen Funde verfolgen.

 

Start der Aktion und erste Funde

Am 15. April war das ArtenFinder-Team zu Gast in der KGA Gemütlichkeit III und hat die Amphibien-Suchaktion vorgestellt. Trotz typischem Aprilwetter waren viele Gartenfreund*innen gekommen, um mehr über Kröten, Molche und Frösche zu erfahren. Das Ziel der Aktion ist es, bisher unentdeckte Amphibienvorkommen zu entdecken und mehr über die Artenvielfalt in Berliner Kleingärten herauszufinden. Denn nur wenn wir über die Vorkommen bedrohter Arten Bescheid wissen, können ihre Lebensräume in den Kleingärten ausreichend geschützt und gefördert werden.

 

Das Untersuchungsgebiet: die Kleingärten am Dreieck Späthsfelde

Wasserfrosch (Perophylax agg.)
Foto: Tobias Schnegotzki

Teichmolch (Lissotriton vulgaris)
Foto: Dirk Gerbode

 

In den folgenden Tagen erreichten uns 8 Meldungen von Teichmolchen und Teichfröschen aus den Kleingartenanlagen Gemütlichkeit III und Lerchenhöhe. Die Daten liefern interessante Infos über die Tiere in den Kleingärten: So scheinen sich die Teichmolche in einer Parzelle der KGA Gemütlichkeit schon seit Jahren wohlzufühlen und zu vermehren. Eine Melderin hat 12 Teichmolchlarven gezählt, schätzt aber, dass es noch viel mehr sind (Foto). In einer anderen Parzelle nutzen die Molche Brunnenkeller zum Überwintern und wurden von dem Kleingärtner in den Gartenteich umgesetzt.

Auch Teichfrösche sind in der KGA Lerchenhöhe willkommen. Nachdem der erste 2021 im fischfreien Gartenteich einzog, folgte 2022 der nächste. Wir sind gespannt, wie viele es dieses Jahr werden!

 

Knoblauchkröte: Gesucht und gefunden

Am 5. Mai gingen wir zusammen mit Späthsfelder Gartenfreund*innen auf die Suche nach Amphibien. In den Gewässern rund um das Späth-Arboretum hatten wir am Tag zuvor Reusen ausgelegt, um die Tiere einzufangen und aus nächster Nähe betrachten zu können. Für die fachliche Expertise sorgten die beiden Biologen Frederic Griesbaum und Korbinian Pacher, die uns die Lebensweise der Tiere, ihre Ansprüche an den Lebensraum und die Ursachen für ihre Gefährdung erklärten.

Unsere Tour startet am Ersatzlaichgewässer nahe der KGA Baumfreunde. Der Teich wurde in den 90er Jahren dort geschaffen, um den Amphibien eine Wanderung über die Späthstraße zum Arboretumteich zu ersparen. Hier fanden wir in den Reusen eine Handvoll Teichmolche und einen jungen Teichfrosch – eine eher kleine Ausbeute. Grund dafür könnte der relativ kleine und isolierte Landlebensraum rund um das Gewässer sein. Eine Untersuchung im Jahr 2020 hatte hier noch ein paar wenige Knoblauchkröten nachgewiesen. Die Art ließ sich heute aber leider nicht blicken.

 

Die ersten Amphibien des Tages: Teichmolche.

Teichfrösche sind noch relativ häufig und in vielen Kleingärten zu finden.

Über 200 Molche wurden in den Reusen am Königsheideteich gefunden.

 

Wir setzten unsere Exkursion über das Gelände des Späth-Arboretums zum Königsheideteich fort. Hier wurden wir nicht enttäuscht: über 200 erwachsene Teichmolche, mehrere Teichfrösche – und eine Knoblauchkröte! Äußerlich zeichnet sich diese Art vor allem durch ihre goldenen „Katzenaugen“ mit der senkrecht geschlitzten Pupille aus. An ihren Hinterfüßen besitzt der Froschlurch vergrößerte Fersenhöcker, die sie geschickt als Grabschaufeln benutzt, um schnell im lockeren Sand zu verschwinden. Tagsüber bleiben die erwachsenen Tiere meist im Boden vergraben und sind nur schwer zu entdecken. Die Kaulquappen sind mit ihrer Körperlänge von etwa zehn Zentimetern – manchmal sogar bis zu 20 Zentimetern – im Gartenteich aber kaum zu übersehen.

 

Wir hatten Glück: Eine Knoblauchkröte ist in der Reuse gelandet.

Die Knoblauchkröte ist gut an ihren goldenen „Katzenaugen“ zu erkennen.

Männchen oder Weibchen? Nicht einfach zu sagen.

 

 

Melden Sie Ihre Amphibien-Funde jetzt über unser Meldeformular und helfen Sie mit, die Lebensräume dieser bedrohten Tiere zu schützen.