Mission: Hirschkäfer gesucht

Ziel: Dokumentieren Sie Beobachtungen des Hirschkäfers in Berlin und helfen Sie mit, mehr über die Verbreitung der streng geschützten Art herauszufinden.

 

Registrieren & Teilnehmen

 

Der Hirschkäfer ist mit bis zu acht Zentimetern Länge unser größter heimischer Käfer. Die imposante Art ist europaweit geschützt und ihre Vorkommen müssen regelmäßig an die EU gemeldet werden. In Berlin kommt die Art aktuell nur im Spandauer Forst vor. Es ist jedoch möglich, dass die wärmeliebende Art durch den Klimawandel profitiert und sich weiter ausbreitet.

Besonders auffällig ist das Männchen, wenn es abends laut brummend durch den Wald oder entlang von Waldrändern fliegt. Auf der Suche nach Weibchen ist es auch immer wieder im Siedlungsgebiet, Parks, auf Friedhöfen und sogar an Hauswänden zu finden. Es besteht Verwechslungsgefahr - insbesondere beim Weibchen - mit dem Balkenschröter. Dokumentieren Sie Ihren Fund daher unbedingt mit einem Foto; nur Meldungen mit Belegen können berücksichtigt werden.

 

Aussehen

Das Männchen wird bis zu acht Zentimeter groß, das Weibchen bis zu vier Zentimeter. Dabei hängt ihre Größe davon ab, wie viel Nahrung der Larve in ihrer Entwicklungszeit zur Verfügung stand. Der Käfer ist schwarzbraun gefärbt und mit etwas helleren Flügeldecken. Die rotbraunen Kieferzangen des Männchens sind stark vergrößert und werden im Kampf mit anderen Männchen als Greiforgane eingesetzt. Die Kiefer des Weibchens sind wesentlich unauffälliger. Während das Männchen unverwechselbar ist, kann das Weibchen durchaus mit dem Balkenschröter, Sägebock und Nashornkäfer verwechselt werden.

 

Das Männchen ist unverwechselbar. Es ist zudem aktiver und fällt somit mehr auf. Foto: Wolfgang Thomas, CC-BY 4.0

 

Das Weibchen ist kleiner und besitzt einen schmaleren Kopf sowie kleinere Oberkiefer. Es wird daher häufiger mit anderen Käferarten verwechselt als das Männchen. Foto: Ludivine Lamare, CC-BY 4.0

Verwechslungsarten

Der Balkenschröter (Dorcus parallelipipedus) besitzt mattschwarze Flügeldecken und eine flachere Körperform. Foto: Martin Schütz

 

Weibliche Nashornkäfer (Oryctes nasicornis) sind rötlicher gefärbt als der Hirschkäfer und besitzen keine ausgeprägten Mundwerkzeuge. Foto: Tim Parker, CC-BY 4.0

 

Der Sägebock (Prionus coriarius) ist etwa so groß wie das Hirschkäfer-Weibchen und wird häufig im Flug mit der Art verwechselt. Foto: ahabo, CC-BY 4.0

Lebensweise & Lebensraum

Die Larve des Hirschkäfers entwickelt sich über einen Zeitraum von drei bis sieben Jahren im Boden am Wurzelholz von Laubbäumen, bevorzugt von Eichen. Daher ist die Art vor allem in Eichenwäldern mit lichten, wärmegeprägten Beständen zu finden.

Die adulten Käfer sind sowohl tag- als auch nachtaktiv und fliegen hauptsächlich im Juni und Juli, zunehmend auch schon früher im Jahr. Die Männchen erscheinen vor den Weibchen; einzelne Weibchen können noch im August gefunden werden. Die neue Generation schlüpft bereits im Spätsommer und überwintert in der Puppenwiege – einem unter der Rinde angelegten ovalen Gebilde aus Holzspänen.

Die Männchen sind aktiver, fallen jedoch auch häufiger Feinden zum Opfer und leben nach dem Schlupf nur kurze Zeit. Die Weibchen sind deutlich langlebiger und verschwinden zwischendurch zur Eiablage an geeigneten Stellen im Boden. Mit ihren kräftigen Kiefern – Vorsicht: ihre Bisse sind sehr schmerzhaft – legen sie an lebenden Bäumen Saftflüsse an, zu denen auch die Männchen kommen.

 

Oft kämpfen mehrere Männchen um ein Weibchen. Größere Exemplare können die kleineren mit ihren Zangen leicht aushebeln. Foto: Helen Kollai, CC-BY 4.0

 

Die Tiere sind oft in lichten Eichenwäldern anzutreffen. Foto: Csaba Béla Eötvös, CC-BY 4.0

 

Das Männchen fällt besonders durch seinen brummenden Flug auf. Foto: Thomas Galewski, CC-BY 4.0

Wichtige Hinweise

  • In Naturschutzgebieten dürfen die gekennzeichneten Wege nicht verlassen werden.
  • Der Hirschkäfer ist streng geschützt und darf weder gestört noch gesammelt werden.